Kooperations-Projekt

MENSCH–NATUR–KULTUR

Goldsteintal 2022

Das Projekt hat begonnen – ein Besuch lohnt sich!

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler 2022:

 

Doris Bardong | Tine Kaiser | Usch Quednau | Renate Schwarz-Kraft | Klaus Seibold | Christiane Steitz | Uta Weil



RÜCKBLICK:  Kunstprojekt auf dem Goldstein 2021

Für weitere Impressionen bitte auf das Bild klicken
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Die Verbindung mit dem Wald verändert und erweitert die Kunst – hier sind andere Arbeiten als im Innenraum möglich und nötig. Die Arbeiten sind nicht nur ästhetisch mit der Natur und den Jahreszeiten verbunden, sondern werden auch von der Natur verändert. Kunst im Wald verändert und erweitert den Blick der Kunstschaffenden und Betrachtenden auf die Natur.

Ort: Auf dem Goldstein, Trompeterstraße, am Waldsportpfad, Wiesbaden-Rambach. Die Waldfläche ist charakterisiert durch absterbende Fichten infolge von Trockenheit und Borkenkäferbefall. Die toten Bäume wurden seit 2020 gefällt, abgestorbene Baumstämme teilweise belassen. Eine Naturverjüngung aus Eichen, Buchen, Edelkastanien, Birken, Vogelbeere, Tanne, Kiefer, Strobe und Fichte wurde durch Anpflanzung und Einzelschutz ergänzt. Der Ort erfordert einen achtsamen Umgang mit dem Ökosystem, besonders mit den nachwachsenden Bäumen. Der Ort ist öffentlich, gut erreichbar und großräumig. Es gibt viel zu entdecken.

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler 2021:


Doris Bardong | Barbara Braun | Hans-Jürgen Fulland | Udo W. Gottfried | Marie-Luise Gruhne | Brigitte Gutwerk |

Sigrid Holighaus | Tine Kaiser | Cornelia Kandler | Ute Kilian | Andreas Koridass | Johannes-Nandu Kriesche |

Romana Menze-Kuhn | Bernhard Meyer | Ruth Ohlig-Kiesel | Usch Quednau | Renate Reifert | Ulla Reiss |

Renate Schwarz-Kraft | Betina Seibold | Klaus Seibold | Christiane Steitz | Uta Weil


Doris Bardong


„auf & ab"

Im Focus meiner Arbeit steht der Baum.
 Die Skulptur mit einer Verbindung zum Baum ist aus Zweigen entstanden, die ich im Wald gesammelt habe.
 Der Gedanke der Einheit von Mensch und Natur wird verstärkt durch die runden Formen, aus denen die Skulptur entstanden ist.

 

www.doris-bardong.de



Barbara Braun


1. Vegetabile Formen"

Aus selbsthärtender plastischer Masse entstehen kleine Plastiken, die neue Lebensformen darstellen sollen. Totholz als Nahrungsgrundlage für neues Wachstum ermöglicht Evolution und die unterschiedlichen Formen der Plastiken sollen die Vielfalt der möglichen Ausprägungen neuer Pflanzengebilde verdeutlichen.


2. Tanzende"

Der Wald als Ort von Leben und Tod soll mit Plastiken aus vor Ort gefundenem Abfallholz kenntlich gemacht werden. Fundstücke werden miteinander zu tanzenden Plastiken verbunden und auf einem der Hügelgräber präsentiert, um den Zusam- menhang von Leben und Tod, Lebensbejahung wie Endzeitstimmung zu verdeutlichen. Der Wald als Ort von Werden und Vergehen: Lebensreigen und Totentanz.



Hans-Jürgen Fulland


Meine Arbeit umfasst zwei Serien von Acrylbildern auf Leinwand, 100 Bilder Wald mit dem Titel „Hauptwege und Nebenwege im Wald"


Die erste Gruppe „mit politischen Parteien" benutzt jeweils die Farbe einer Partei, die überdeckt wird von der Malerei des Baumstam- mes, an dem das Bild wie Wahlwerbung aufgehängt ist.
Die zweite Gruppe „mit Künstlern" arrangiert Strukturen des Waldbodens und übermalt sie mit Techniken der modernen Kunst. Die Bilder werden über dem Waldboden als Weg angeordnet.
1. mit Politikern: „Waldwerbung statt Wahlwerbung" mit Die Grünen, SPD, CDU, FPD, AfD, Die Linke
2. mit Künstlern: P. Klee, Die Neuen Wilden, J. Beuys, S. Olafsson, Ai Weiwei,

A. Kiefer, Imi Knoebel



Udo W. Gottfried

 

„... WENN ICH MICH ERINNERE ..."

Schon in meiner Kindheit war der Wald eine wichtige Inspirations- und personale Mythenquelle, aus der ich noch immer schöpfe. Das freie Spielen und Fabulieren als Kind in der Natur hat mich tief geprägt. Als Künstler konnte ich glücklicherweise dieses FREI-DENKEN ins ERWACHSENEN-DA-SEIN retten und in künstlerische Aktionen überführen. „WENN ICH SPIELE, BIN ICH...“ Kindheit als unerschöpflicher Ideen-Kraft-Geber meines künstlerischen Tuns ...
Um einen „REISETISCH“ gruppieren sich mehrere Kunstobjekte, die dialogisch mit dem Wald in Beziehung treten und vom Schöpferischen der Natur und des Menschen erzählen.
Das Environment wird im Wald verbleiben und über die Zeit von mir fotografisch begleitet und in einem Fotoband dokumentiert.

 

www.gottfried-go.de



Marie Luise Gruhne

WAHRNEHMEN/  3 Arbeiten

 

I. GOLDENES PORTAL/  DAHINTER – WAHRNEHMEN – INNEHALTEN
Wir schauen durch das Goldene Portal hindurch. Erhaben eröffnet sich dahinter die wertvollste Grundlage unserer Existenz – Natur. Unbewusst, wie ich einmal feststellte, drückt sich aus meiner künstlerischen Arbeit heraus etwas aus, was übergreifend in den unterschiedlichsten Kulturarealen existiert und dort in Formen, Mustern oder Symbolen sich spiegelnd bei allen Menschen vergleichbare Vorstellungen oder Gefühle hervorbringt.
Ich spreche von einer architektonischen Struktur, die bei manchen Betrachtern ein Portal, ein Tor oder auch einen Tempel in Erinnerung ruft. Verbindend ist bei diesen erhabenen Formen, dass sie allesamt eine innere Suche des Menschen erinnern bzw. in sein Bewusstsein rücken. Die Wirkung des Erhabenen lässt uns Innehalten, lenkt unser Fühlen und unsere Wahrnehmung auf unsere Existenz, auf ein „Dahinter“, auf unsere naturgegebenen Wurzeln und damit der Grundlage unserer Existenz – der Natur.Wir schauen durch dieses Portal, verweben uns mit dem Natürlichen der Grundlage unserer Existenz.
II. WAHRNEHMUNG
Ein durchsichtiges Gewebe, das zwischen zwei Baumstämme (Reste einer Ankündigungstafel) gespannt ist und unseren Blick hindurch auf die Natur ‚dahinter‘ führt – auf Natur, die wächst und sich am Verändern ist, je nachdem, welche Position wir einnehmen. Die beiden Baumstämme markieren eine Grenze zwischen einem gesunden Wald und einem Wald, bei dem eine große Anzahl von Bäumen wegen Borkenkäferbefall gefällt werden musste.
Nach Meinung Leon Battista Albertis, einem Architekten des 15.Jahrhunderts, war es für einen Maler nicht möglich, ohne das „Velum“ einen Naturgegenstand zufriedenstellend in einem Gemälde  wiederzugeben, m.a.W., Natur naturgetreu wahrzunehmen. Das „Velum“ war ein transparentes Tuch, das zwischen dem Maler und dem sichtbaren Naturgegenstand in einem Gestell gespannt war. Auf dem Tuch befand sich ein mit Fäden durchwirktes quadriertes Raster.
Es war ein Hilfsmittel, das half, das, was hinter diesem Velum zu sehen war, naturgetreu wahrnehmen zu können.
III. 12 BÄUME MIT GOLDENEN BÄNDERN UMFANGEN/  WAHRNEHMUNG – GOLD – WÜRDIGUNG

 

www.marieluisegruhne.de



Brigitte Gutwerk

 

Waldtaucherin", zwischen Bäumen schwebend, 2021

 Dass Bäume auch über die Luft kommunizieren, inspirierte mich zu der Plastik  „Waldtaucherin", die als Vermittlerin zwischen Mensch und Natur über dem Waldboden schwebt. Wie wir mittlerweile wissen ist der Wald keineswegs still. Seine Bewohner kommunizieren ständig miteinander und tauschen untereinander Informationen aus. Die Vorstellung, dass Bäume kleinste Biomoleküle, die „Terpene“ ausdunsten, und dass diese verschiedene Informationen enthalten können, hat meine Vorstellungskraft beflügelt. Durch dieses Wissen gehe ich bewusster durch den Wald, nehme die verschiedenen Duftstoffe in der Luft, um die Bäume herum viel intensiver wahr.  
Unbewusst beteiligen wir uns an dieser Unterhaltung, indem wir diese Terpene einatmen und sie über die Nase auch unser Gehirn erreichen. Auch über die Haut und die Lunge nehmen wir viele dieser Substanzen auf, was unser Immunsystem anregt. So wird die Waldtaucherin zum Symbol für die Luft, die uns Organismen zum Überleben dient. Das Paradoxon, im „Wald zu tauchen", ist eine poetische Vertiefung unseres menschlichen Empfindens und spricht Sehnsüchte an, die dadurch noch bewusster werden.

 

www.atelier-gutwerk.de



Sigrid Holighaus


[ɛntˈvʊrtsllt]" Skulpturen

- Wurzeln haben
- fester Halt
- unverzichtbar für alles Lebendige



Tine Kaiser


„TATORT WALD"

Stirbt der Wald stirbt der Mensch. Stirbt der Mensch – geht es dem Wald besser.

 

„NATURWESEN"

Die Arbeiten bestehen aus großformatigen bedruckten Fahnen.

 

„POESIE DES WALDES"

Leuchtende Farbflächen im Holzlagerstapel mit Poesie, Informationen die den Wald beschreiben.


NATURWESEN

eindringliche starke riesenstämme
erhaben im wolkenblau
geheimnisvoll zeitvergessend
wogendes wipfelmeer
waldberauschter sehnsuchtsort

ansammlung von bäumen
kultiviert verfügbare rekordzahlen
dunkle wolken trockenwitterung
sonnenbrand mit käferscharen
klimakampf zernagter lebensfluss

flüsterndes blätterrauschen
kühlend waldschatten
geduldig atemspendend
verwurzelte kraft
lichtdurchflutetes grün

todesfrieden beklommen nackt
stiller schmerz grätiger kronen
unruhevolle weltspuren
vergraut im glühend abendrot
schwirrt verirrt vogelruf

die letzten säulen trümmerfeld
schützende hülle gefressen
schatten beraubt
zerstörte unendlichkeit
bedrückend kahle weite

verdorrte blätter trauerumfangen
zertretene stille - werden
junge unberührte triebe

hoffnung schönheitstrost

sehnsucht waldberauscht



Cornelia Kandler


Natur als unzerstörbares Leben"

Natur ist das Leben an sich und kann nicht zerstört werden. Wenn wir unsere Lebensgrundlagen zerstören wie in Tschernobyl oder durch das Spritzen auch für Menschen gesundheitsschädigendem Gift, und durch die Veränderung des Klimas; dann werden wir als Art Mensch aussterben, aber nicht die Natur. Sie wird sich erholen und neue Arten und Leben schaffen, diesmal ohne uns. Das drückt die bedruckte Leinwand mit den Giftsprühern aus, die der Witterung ausgesetzt und von Moos überwuchert wird, wie auch der überwachsene Schrottabfall, den eine Waldelfe in den Baumstumpf versenkt. Da die Oberfläche des Baumstumpfes zu grob ist für eine figürliche Zeichnung, wird es Öl auf Spannplatte sein oder eine Illustration auf Holz gedruckt, die auf dem Baumstumpf befestigt wird.

 

www.bitundgraphit.de



Ute Kilian

 

Keramische Skulpturen und Malerei
Baum der Vernetzung Zu Beginn des Kunstprojektes auf dem Goldstein entstand diese Gemeinschaftsarbeit. Die Künstler*innen suchten sich um den Baum der Vernetzung – eine Esskastanie – einen Standort, der mit einem Pfosten markiert wurde. Sie verbanden sich mit Hilfe eines Fadens mit den Nachbarn und dem Baum. Sie spürten in sich, was sie mit dem Begriff „Vernetzung“ verbinden. Diese Worte ritzten sie in Tonplatten ein, die nach dem Brennen an den Baum gehängt werden.
Vielfalt Aus den Blättern der Baumarten, die auf der Waldfläche vorkommen habe ich eine Tonkugel modelliert. Wurzel Die Kugel zeigt die Verflechtung der Wurzeln. Regenerationskraft Die Tonarbeit zeigt den Wald vor dem Fällen der toten Fichten. Davor ist die Naturverjüngung mit Laubbäumen zu sehen. Die nächste Waldgeneration ist bereits vorhanden. Keimbett Aus Ton formte ich vor Ort einen Baumstumpf, der nicht gebrannt wurde. Ich füllte unter den Baumstumpf Erde, pflanzte ein Bäumchen und legte Samen auf den Ton. Der Ton dient als Wasser- und Nährstoffspeicher und wird zur Starthilfe für die nächste Baumgeneration. Fichtengruppe Auf einer Keramikplatte wurde eine Gruppe aus vitalen Fichten modelliert. Die Baumart Fichte steht häufig in der Kritik. Dies ist berechtigt, wenn sie in Monokulturen oder auf falschen Standorten gepflanzt wurde. Die Fichte ist dort sehr risikobehaftet, ökologisch und ökonomisch abzulehnen. Dort, wo die Fichte standortgerecht ist, zum Beispiel in Hochgebirgen, ist sie ökologisch und ästhetisch eine Bereicherung. Ich habe Begriffe aus der Forstwirtschaft und Ökologie gewählt, die im allgemeinen Sprachgebrauch auch verwendet werden. Themen meiner Arbeit sind Regenerationskraft, Vernetzung, Verwurzelung, Vielfalt, Verbindung, Schutz, Ganzheit, Komplexität, Gemeinschaft, Schönheit, Gleichgewicht ... Diese Begriffe sind von großer Bedeutung für den Wald und für den Menschen. Bodenschutz Die Blätter auf der Tonplatte stammen von Baumarten der Kulturfläche. Die abgefallenen Blätter werden zu Humus und versorgen den Waldboden und die Bäume mit Nährstoffen. Kulturfrau Die Skulptur zeigt eine Frau, die Bäume pflanzt. Waldfreude Die Frau genießt den Wald. Weltenfrau Der Mensch lebt auf der Erde. Das Schicksal der Welt liegt in seinen Händen.

 

www.ute-kilian.com



Andreas Koridass

 

„Wächter für die Natur mit Kreuz"

Die Wächter-Figur löst sich scheinbar vom Kreuz (das Kreuz steht für die Umweltbelastung/-zerstörung, Waldsterben und Konsequenzen der Monokulturen) und strebt in die Freiheit für die Rettung der Natur.
Die farbige Auffälligkeit unterstützt die Bewegung und Zielsetzung.

 

www.koridass.com



Johannes-Nandu Kriesche


Waldgeflüster", Bodeninstallation, 2021, Schnüre und Acrylglas

In meiner Arbeit geht es um unterirdische Verbindungen, bei denen man ahnt, wie wichtig sie für den Organismus Wald sind. Junge Bäume mit alten und umgekehrt, die Kunst der besonderen Gegenseitigkeit.
Die absolut geraden, gelben Verspannungen sind der Hinweis und der Kontrast, einer von Menschenhand geformten Denkstruktur, die sich hier zwischen den zum Teil sehr zarten Planzen und Moosen heraushebt. Unförmig, leuchtende Plexiglaselemente wandern scheinbar hin und her...


www.johannes-kriesche.de

www.instagram.com/jokriesche

www.facebook.com/johannes.kriesche



Romana Menze-Kuhn

 

green point ... how to survive 2021", Installation

„Eine neongrüne Kreisfläche mit einem Durchmesser von 10 Metern
sticht hoch aus der abgestorbenen Waldfläche heraus. Die große Fläche mit Totholz ist mit neonfarbenem pflanzenverträglichem Kreidespray markiert und erregt die Aufmerksamkeit. Mit ästhetischen künstlerischen Mitteln möchte ich das brisante Thema der Naturveränderung visualisieren. Seit der Pandemie unternehme ich Wanderungen in meiner Umgebung, sehe die Zerstörung unseres Waldes. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Covid19, dem Klimawandel und der Umweltzerstörung? Die globalen Veränderungen von Natur möchte ich mit dieser Installation assoziativ zeigen. Der unschuldige Blick auf die Natur in der Kunst hat sich gewandelt zur emotionalen Beobachtung der Natur mit wissenschaftlichem Forschen. Wie Beuys, der mit seinem Bolognano Projekt „Verteidigung der Natur“ ein Zeichen setzte, Eliasson mit seinen Eisblöcken auf die Klima- veränderung aufmerksam machte, setze ich mit kritischem Blick Zeichen in den zerstörten Wald."

Zitat: Romana Menze-Kuhn, Oktober 2021

 

www.romanamenzekuhn.de



Bernhard Meyer


Wir sind alle Coca-Cola"

Eine Palisade, gebildet aus zwölf Holzpflöcken, je 150 cm lang, die in Reihe in den Boden gerammt sind. Jeder Pflock ist individuell ist mit weißen Tupfern markiert und bekrönt mit einer Coca-Cola Dose. Darauf ist in vier Sprachen zu lesen: Wir sind alle Coca-Cola.



Ruth Ohlig-Kiesel


„WEGZEICHEN
"

Auf den Ästen der gefällten Bäumen werden die Wege der Borkenkäferlarven sichtbar gemacht ... Anmutig schön trotz ihrer zerstörerischen Kraft ... und der Vergänglichkeit ... Die Dreieckform weist zurück zur Erde ... und damit zum Kreislauf des Lebens.

 

www.ruthohligkiesel.de

 

www.instagram.com/ruthohligkiesel



Usch Quednau


Wie lange werden sich Hase und Fuchs noch gute Nacht sagen?"

Ein schlafender Fuchs, auf einem Baumstumpf. Träumt er von Mäusen?
Gegenüber ein Hase, aufrechtstehend und neugierig. Beobachtet er den Fuchs?
Beide, Hase und Fuchs werden aus den vorhandenen Baumstümpfen freigelegt. Sie bleiben fest mit dem Baumstumpf verbunden und werden mit dem Holz vor Ort zerfallen. Assoziation: Die Idylle täuscht, Industrialisierung und Ressourcenschwund hinterlassen Spuren, auch in der uns gewohnt und bekannten Tierwelt, sie entschwindet. Die Redensart „Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen“ bezeichnet für gewöhnlich einen einsamen, weit abgelegenen Ort, außerhalb der Stadt ...

 

www.atelierquednau.de

 



Renate Reifert


DRUNTER UND DRÜBER ... liegen in diesem Waldstück Äste und Stämme.

Ihre Rinde – also ihre Haut – löst sich ab.
Der aktuelle Zustand des Waldes geht mir unter die Haut. Mit Tattoo-Nadeln und Tusche zeichnete ich dieses „drunter und drüber“ auf die Innenseite der Rinde.
„Drunter und drüber“ – Tusche auf Wachs – 2021 Die Lindenblätter als Zeichen der Hoffnung. “Es wächst wieder“ – Tusche auf Wachs – 2021
Auch die irischen Ornamente verlaufen drunter und drüber. Diese ganz frühe Erscheinungsform der Abstraktion symbolisiert die Phänomene der Welt, die visuell nicht darstellbar sind.
3. „O. T.“ – Tusche auf Wachs – 2021

 

www.renate-reifert.de



Ulla Reiss

 

"O Tannenbaum"

Fichten sterben – und an ihre Stelle tritt aus PVC ein „naturgetreu“ nachgebildeter Weihnachtsbaum. Er steht stellver- tretend für die vielen künstlichen Ersatzfaktoren, die Teil unseres Lebens geworden sind, von künstlichen Aromen, Düften, Musik bis zu digitalen Bildwelten und künstlicher Intelligenz. In diesem Prozess entfremden wir uns immer mehr von der Natur, aber auch von uns selbst.


Ein Ort für Elfen und Gnome

Aus vorgefundenem Material sind architektonische Gebilde entstanden, Wohn- und Landestationen für flüchtige Geister, für luftige Wesen wie Elfen und für  erdverbundene Gnome. Die schwebenden, leichten Tetraeder sind aus Gras und Lavendel gewebt, für Gnome gibt es eine Kuppel aus Kienzapfen und eine Spirale aus Stäben.



Renate Schwarz Kraft


„durch die verborgenen Augen der Natur“
Drahtengel, der über allem schwebt, in den Händen Augen der Natur. Man findet die verborgenen Augen der Natur überall, man muss sich nur umsehen.
Die Natur hat einen anderen Betrachter-Standpunkt auf das Leben. Sie ist Mittler zwischen Himmel und Erde, von ihr gilt es zu lernen, durch ihre Augen gilt es zu sehen, um letztendlich in der Gesamtheit in Einklang, Frieden und Ruhe zu leben.„um fortan mit den verborgenen Augen der Natur zu sehen“
„ORANG UTANS_ plural, die_Menschen des Waldes“ Hoch im Baum, sitzen sie, schauen auf uns herab, harren aus, warten auf die Dinge die kommen, leben in Einklang mit der Natur, ihrem Wald, solange es ihn noch gibt. Sie sind die Menschen des Waldes, schon immer, vor uns. Wie lange noch?

 

www.schwarz-kraft-lebendig.de
www.instagram.com/schwarz.kraft.art



Betina Seibold
Glas und Holz – Quarzsand, Kalk und Soda treffen Sauerstoff, Wasserstoff und Stickstoff


Verwurzelt in der Erde, aufstrebend nach dem Licht, gleicht kein Baum dem anderen. Auch bei handgemachtem Glas ist jedes Stück individuell. Durch das Licht strahlt es in den Farben des Regenbogens. Miteinander verbunden vereinen sich Gegensätze. Das „tote“ Glas bringt Licht, das den Baum „lebendig“ werden lässt.



Klaus Seibold


„Metamorphose“ steht für Umwandlung, Verwandlung, Gestaltenwechsel.

In der Natur steckt die Ästhetik, die der Mensch dank seiner Phantasie, seines Gestaltungswillens und seiner technischen Fertigkeiten erkennen und herausholen kann. Eine Zeit lang kann er sich an diesen geschaffenen Dingen erfreuen, kann sie pflegen und sie für sich nutzen. Doch irgendwann holt sich die Natur alles zurück.



Renate Schwarz Kraft und Klaus Seibold

 

Gemeinschaftsprojekt „GNADENLOS“

Eine 2m große Drahtfigur zieht an einem Seil, das ganz hoch oben an einem gegenüberliegenden Baum befestigt ist. Assoziationen: Wir zerren an der Natur, wollen gnadenlos hoch hinaus, bestimmen, beherrschen, missachten Sie, statt sie zu sehen zu achten und uns ihrer Geschenke würdig zu zeigen. Gnadenlos ist oft der Mensch in seinem Bestreben, der Natur seinen Willen und seine Vorstellungen aufzudrängen und sie zu bezwin- gen. Geht er im Umgang mit der Natur maßvoll vor, zeigt Respekt und erfreut sich an ihr, schenkt sie ihm alle nötigen Lebensgrundlagen. Handelt er gegen sie, ist sie ebenfalls gnadenlos.

 

www.schwarz-kraft-lebendig.de



Christiane Steitz

 

Kulturpflanzen"

Ich sammle Müll im Rambacher Wald, sichte ihn, säubere ihn und bastele bunte Blüten daraus. Diese „pflanze“ ich in ein hübsches Beet. Manchmal werden sie von Schmetterlingen angeflogen. Aber so richtig Natur kann man nicht mehr draus machen.

 

Waldhonig

Für die Serie Waldhonig bearbeite ich Fotografien, die meine KollegInnen und FreundInnen als Kind im Wald zeigen. Ich zeige sie als Scherenschnitte, bette sie in Bienenwachs und präsentiere sie in Rähmchen auf einem Sockel aus Bienenkästen. Als Kind habe ich am Wald gewohnt, dort mit den Nachbarkindern an Bombentrichtern gespielt, Kaulquappen gefunden, poetische Orte entdeckt, an denen Märchen entstehen konnten. Diese Walderinnerungen gehören zu meinen Kraftquellen, die als Scherenschnit- te im Wald verletzlich sind. Ich wünsche ihnen, dass es ihnen gut geht. Die Imkerei honigsüß unterstützt das Projekt mit Bienenkästen, Bienenrähmchen und Bienenwachs.

Vielen Dank an Günther Kusterer.

 

www.christiane-steitz.de



Uta Weil

 

„AUGEN AUF – DIE NÄCHSTE GENERATION"

Überall sprießen die jungen Bäume aus dem Boden; man sieht sie kaum – zumal jetzt auch noch Künstler:innen im Wald herumlaufen. Überall dort wo Platz ist, ist endlich auch Licht und Raum, damit sich Neues entwickeln kann. Vordergründig Zerstörung, bietet dies auch eine positive und hoffnungsvoll stimmende Perspektive für die Zukunft. Es ist wichtig zu sehen: Die Jungen werden diese Welt und Wälder erben ... deshalb gilt es auch sie zu sehen und ihre Bedürfnisse, wenn wir Heutigen/Alten so herum stapfen. Die pinkfarbenen Kreise aus Gaze lassen Wasser hindurch, machen sichtbar – es ist die gleiche Leuchtfarbe, mit der auch die Bäume gekennzeichnet werden, die „entnommen“, also gefällt werden, wie hier aufgrund von Trockenheit und Borkenkäfern. Gleichzeitig sieht man den „blühenden“ Wald, der sich entwickeln kann – überall sprießt es. Meine pinkfarbenen Kreise bilden einen „Blütenteppich“ aus Jungbäumen. Die Jungen werden noch viel mehr können! Andere Bäume werden wachsen, die mit der sich verändernden Situation zurechtkommen können. Die Arbeit ist – wie der Wald auch – im steten Prozess. Neue Farbkreise werden von mir vorbereitet; sie hängen erst mal zum Trocknen auf Wäscheleinen im Wald, um dann ausgelegt zu werden zum weiterwachsenden „Blütenteppich“.

 

www.uta-weil.de